Pendlerpauschale 2018


Entfernungspauschale oder Kilometerpauschale. Aktuelles zur Fahrtkostenpauschale.



Entfernungspauschale – kaum ein Terminus betrifft mehr deutsche Arbeitnehmer als dieser, denn die umgangssprachlich gerne auch als Pendlerpauschale, Kilometerpauschale, Fahrtkostenpauschale oder Kilometergeld bezeichnete Zahlung steht für einen Begriff aus dem deutschen Einkommensteuerrecht, das Berufspendler für ihre Fahrtkosten entschädigt.

Immer wieder steht die Pendlerpauschale 2018 im Zentrum harscher politischer Debatten. Doch was verbirgt sich im Detail hinter dem Kilometergeld und wie genau funktioniert das System Fahrtkostenpauschale? Welche Positionen gegenüber der Pendlerpauschale 216 vertreten die großen Volksparteien?

Pendlerpauschale Obergrenze von 4.500 Euro jährlich

Die Grundidee der Pendlerpauschale ist die folgende: Viele Millionen Arbeitnehmer in Deutschland pendeln täglich von ihrer Immobilie zu ihrer Arbeitsstätte und nach verrichteter Arbeit in umgekehrter Richtung. Zudem müssen viele Selbständige Reisekosten tragen, die sie zur Erledigung ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit in Kauf nehmen müssen.

Um diese Kosten zumindest teilweise auf den Staat abzuwälzen, können Berufstätige eine Kilometerpauschale von der Steuer absetzen, wobei ein Maximallimit von 4.500 Euro im Kalenderjahr gilt. Für die Berechnung der Fahrtkostenpauschale wird die einfache Entfernung zwischen Wohnort und Arbeitsstätte gemessen, welche sowohl Hin- als auch Rückfahrt abdeckt.

30,3 Millionen Erwerbstätige in Deutschland offiziell Pendler

Tatsächlich macht eine enorme Zahl an Arbeitnehmern von dieser Regelung zur Fahrtkostenpauschale Gebrauch. Zahlen des Statistischen Bundesamts aus dem Jahr 2004 belegen, dass von den 35,7 Millionen gemeldeten Erwerbstätigen ganze 30,3 Millionen Erwerbstätige den Status als Pendler innehatten. Das entspricht knapp 85 Prozent aller Erwerbstätigen. Fast die Hälfte aller Pendler legte einen Weg von maximal zehn Kilometern zur Arbeitsstätte zurück, ein gutes Sechstel fuhr mehr als 25 Kilometer, jeder Zwanzigste sogar mehr als 50 Kilometer zum Arbeitsplatz. Besonders letztere Pendler profitieren verständlicherweise enorm vom Kilometergeld.

0,30 Euro pro Entfernungskilometer

Vielfach diskutiert ist die Höhe der Pendlerpauschale, die im regelmäßigen Turnus angepasst wird. Schon mehrfach in den vergangen Dekaden wurde die Bezugshöhe pro Entfernungskilometer verändert. Während Pendler in den Jahren 2001 bis 2003 noch 0,36 Euro für die ersten zehn und 0,40 Euro für jeden weiteren Entfernungskilometer erhielten, liegt der Betrag seit dem Jahr 2004 bei lediglich 0,30 Euro pro Entfernungskilometer, was einer Reduzierung um knapp 25 Prozent entspricht.

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Erst- oder Zweitwohnsitz wird in Betracht gezogen



Bei der Berechnung der Fahrkostenpauschale zählt jeweils die kürzeste Entfernung zwischen Wohnsitz und Arbeitsstätte. Eine Ausnahme gilt lediglich, wenn eine längere Verkehrsstrecke verkehrsgünstiger liegt. Bei Arbeitnehmern, die sowohl über einen Haupt- als auch über einen Zweitwohnsitz verfügen, wird die weiter entfernt liegende Wohnung nur dann steuerlich für das Kilometergeld in Betracht gezogen, wenn diese Wohnung den Mittelpunkt der Lebensinteressen des Arbeitnehmers darstellt und häufiger besucht wird. Grundsätzlich können somit aber beide Wohnsitze für die Entfernungspauschale 2018in Erwägung gezogen werden.

Selbst Bus- und Bahnfahrer profitieren von der Fahrtkostenpauschale 2018

Während die Kilometerpauschale früher lediglich für Auto- und Motorradfahrer galt, können heute auch verkehrsmittelunabhängig Kosten steuerlich abgesetzt werden. Davon betroffen sind nun also auch Reisende mit dem öffentlichen Personennahverkehr (das heißt, unter anderem Bus- und Bahnfahrer) sowie Fußgänger, Fahrradfahrer und Bootsführer, die allesamt die Pendlerpauschale absetzen dürfen. Einzig Nutzer von Flugzeugen und Taxen bleibt das Kilometergeld verwehrt.

Pendler-Subventionierung auf Kosten der Steuerzahler?

Immer wieder steht die Pendlerpauschale im Fokus von umfassender Kritik. So ist ein Kernargument gegen die Erhaltung der Fahrtkostenpauschale 2018, dass sie Anreize setze, lange Verkehrswege in Kauf zu nehmen. Dies sorge wiederum für ein erhöhtes Verkehrsaufkommen und daraus resultierend für Umweltschäden. Jene Position wird seit vielen Dekaden unter anderem vom Umweltbundesamt bezogen. Zudem seien eben jene Arbeitnehmer, die einen Wohnort in der Nähe ihrer Arbeitsstätte suchen, im Nachteil, da sie höhere Mieten zahlen müssten und keinerlei Anspruch auf steuerliche Absetzbarkeit hätten. Insofern wird die Kilometerpauschale 2018 häufig als Subventionierung von Arbeitnehmern auf Kosten der Steuerzahler gegeißelt.

Besteuerung nach Leistungsfähigkeit und Schutz der Ehe

Dementgegen argumentieren Befürworter, dass es sich beim Kilometergeld 2018 um einen Beitrag zum Prinzip der Besteuerung nach Leistungsfähigkeit handele. Außerdem sei die Arbeit eines Arbeitnehmers einem Wirtschaftsgut gleichzustellen und dementsprechend mit absetzbaren Transportkosten für Produkte gleichsetzbar. Zudem seien die aus der Pendlerpauschale 2018 resultierenden Zahlungen keine Subventionen, sondern Werbungskosten. Ferner greife auch der Schutz von Ehe und Familie, da zwei an unterschiedlichen Orten tätige Arbeitskräfte somit mehr Spielraum bei ihrer Lebensplanung erhielten.

Parteien streiten über Höhe der Entfernungspauschale

Darüber hinaus sorgt die Höhe der Entfernungspauschale für großen Diskussionsstoff. Beispielsweise fordert die Fraktion DIE LINKE, die Entfernungspauschale in ein sozialeres Pendlergeld umzuwandeln, wodurch „niedrige und mittlere Einkommen“ stärker entlastet würden. So könnten einkommensunabhängig 0,13 Euro pro Entfernungskilometer von der Steuerschuld abgezogen werden.

Die FDP und große Teile der CDU wiederum stehen einer Erhöhung der Pendlerpauschale offen gegenüber und schlagen eine Erhöhung der Kilometerpauschale auf 0,40 Euro pro Entfernungskilometer vor. Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel fordert wiederum eine stärkere Ausrichtung hin zu Familien mit Kindern sowie Arbeitnehmern mit durchschnittlichen oder niedrigen Einkommen. Bei Bündnis 90/Die Grünen wird offen über eine Abschaffung der Entfernungspauschale diskutiert. Neu ist dieser Streit nicht, wird über die Höhe der Kilometerpauschale 2018 doch schon seit der erstmaligen gesetzlichen Niederschrift im Einkommensteuergesetzt (EStG) im Jahr 1920 heiß diskutiert.

Kabinett Merkel III sieht keinen Änderungsbedarf bei der Kilometerpauschale 2018

Insofern darf man gespannt sein, wie sich das als Werbungskosten absetzbare Kilometergeld 2018 langfristig entwickelt und ob die Entfernungspauschale tatsächlich eines Tages auch wieder von einer Partei abgeschafft wird. Das Kabinett Merkel III plant in der Legislaturperiode bis 2018 keine Änderungen an der gesetzlichen Lage zur Entfernungspauschale.

Pendlerpauschale Rechner helfen bei Ermittlung der Fahrtkostenpauschale

Wer seinen Anspruch auf das Kilometergeld geltend machen möchte, bedient sich sinnvollerweise einem der online kostenfrei zur Verfügung stehenden Pendlerpauschale Rechner, die den genauen Betrag der Fahrtkostenpauschale ermitteln. Die Kilometerpauschale wird dann in der Steuererklärung in Anlage N eingetragen und der entsprechende Betrag im Folgenden von der Steuer abgezogen.